Das höre ich oft: „Warum soll ich einen Webdesigner zahlen, wenn ich mir bei Wix selbst eine Seite bauen kann?“ Faire Frage. Und die ehrliche Antwort fängt mit einem Satz an, den du von einem Webdesigner selten hörst: Ein Baukasten ist günstiger. Auch über drei Jahre gerechnet. Ob er sich für dich trotzdem nicht lohnt, hängt an etwas anderem als am Preis.
Erst die Zahlen: Was kostet was?
Alle Preise netto, gerechnet über drei Jahre. So vergleichst du als Firma richtig, denn die Mehrwertsteuer holst du dir ohnehin zurück.
Baukasten: Wix Core
Der Tarif, den die meisten Firmen brauchen, kostet 29,75 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer, also 25 Euro netto, bei jährlicher Zahlung (Stand: Preisseite von Wix, Oktober 2026).
- Tarif: 25 Euro mal 36 Monate = 900 Euro
- Domain: im ersten Jahr inklusive, danach rund 15 Euro im Jahr = 30 Euro
- Deine eigene Zeit für Aufbau und Pflege: angenommen 40 Stunden. Rechnest du 50 Euro pro Stunde, sind das 2.000 Euro
- Summe: rund 930 Euro, mit deiner Zeit rund 2.930 Euro
Eigene Website: Business-Paket bei mir
- Erstellung, bis 5 Seiten: 3.499 Euro
- Hosting: 19 Euro mal 36 Monate = 684 Euro
- Deine Zeit für Briefing und Rückmeldungen: rund 5 Stunden, also 250 Euro
- Summe: rund 4.430 Euro
- Wer Updates, Backups und Hilfe abgeben will, nimmt Wartung dazu: ab 89 Euro im Monat, über drei Jahre 3.204 Euro. Beim Baukasten erledigst du das selbst.
Der Baukasten ist also um 1.500 Euro günstiger, selbst wenn du deine eigene Zeit voll ansetzt. Ohne deine Zeit ist der Abstand noch größer. Wer dir etwas anderes vorrechnet, lässt etwas weg.
Die eigentliche Frage: Was bringt dir die Seite ein?
Eine Firmenwebsite ist kein Kostenpunkt wie Druckerpapier. Sie soll Anfragen bringen. Deshalb lautet die Rechnung, die wirklich zählt: Wie viele Aufträge mehr braucht es, damit sich der Unterschied bezahlt macht?
Ein Rechenbeispiel: Bringt dir die Seite einen zusätzlichen Auftrag pro Quartal, an dem du 500 Euro verdienst, sind das über drei Jahre 6.000 Euro. Der Mehrpreis von rund 1.500 Euro wäre damit viermal eingespielt. Bringt sie keinen einzigen zusätzlichen Auftrag, war der Baukasten die bessere Wahl.
Wovon das abhängt, sind die folgenden vier Punkte.
1. Tempo: Miss selbst
Pauschale Zahlen helfen hier nicht, denn es hängt an der einzelnen Seite. Miss deshalb selbst: Gib deine Adresse und die eines Mitbewerbers bei PageSpeed Insights ein und schau auf den Wert „Largest Contentful Paint“ in der Ansicht „Mobil“. Google sieht 2,5 Sekunden als gut an.
Beim Baukasten lädt immer ein Teil Plattform-Code mit, den du nicht entfernen kannst. Eine eigene Website lädt nur, was sie wirklich braucht. Das ist kein Naturgesetz, sondern Handwerk: Auch eine eigene Seite kann langsam sein, wenn sie schlecht gebaut ist.
2. Auffindbarkeit: Die Grenzen sind kleiner geworden
Baukästen sind bei SEO deutlich besser geworden. Bei Wix kannst du heute eigene Adressen, Seitentitel, Beschreibungen, eine robots.txt und strukturierte Daten einstellen.
Die Grenzen liegen woanders:
- Du arbeitest im Rahmen der Plattform. Was das Template und der Editor nicht vorsehen, geht nicht oder nur mit Aufwand.
- Struktur folgt dem Template. Wer für viele Orte oder Leistungen eigene, gut verlinkte Seiten braucht, stößt schneller an Grenzen als mit einer frei gebauten Struktur.
- Technik bleibt fremd. Ladeverhalten, Schriften und Skripte bestimmt die Plattform mit.
Für eine einzelne Visitenkarte spielt das kaum eine Rolle. Wer über Google gezielt Anfragen aus der Region gewinnen will, merkt den Unterschied eher.
3. Design: Template oder Maß
Baukästen bieten viele gute Vorlagen. Genau deshalb sehen viele Seiten ähnlich aus. Das ist kein Drama, solange dein Angebot für sich spricht.
Eine eigene Website lohnt sich, wenn der Auftritt selbst überzeugen muss: wenn Kunden zwischen mehreren Anbietern vergleichen und der erste Eindruck entscheidet. Dann zählt, dass Farben, Bildsprache und Aufbau zu deinem Betrieb passen und nicht zu einer Vorlage.
4. Mieter oder Besitzer
Bei Wix mietest du Platz auf einer Plattform. Wix sagt selbst, dass sich eine Wix-Seite nicht bei einem anderen Anbieter betreiben und auch nicht außerhalb von Wix sichern lässt (Wix-Hilfe). Willst du weg, baust du neu. Deine Domain kannst du dagegen mitnehmen.
Bei einer eigenen Website kannst du Hoster und Dienstleister wechseln. Achte im Vertrag darauf, dass dir die Nutzungsrechte und der Quellcode zugesichert sind. Ohne diese Zusage bist du auch bei einer Agentur nur Mieter.
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
- Du brauchst schnell eine Seite für ein Event, einen Test oder als Übergang
- Die Website soll vor allem informieren, Kunden kommen über Empfehlung oder Laufkundschaft
- Dein Budget liegt unter 1.500 Euro und du hast Zeit, dich selbst darum zu kümmern
- Du baust gern selbst und willst jede Änderung sofort selbst machen
Wann sich eine eigene Website lohnt
- Neue Kunden finden dich vor allem über Google, und du willst in deiner Region vorne stehen
- Ein zusätzlicher Auftrag im Quartal ist für dich spürbar mehr wert als der Mehrpreis
- Du willst die Seite später ausbauen: Buchung, mehrere Sprachen, eigene Seiten für Orte und Leistungen
- Du willst dich nicht selbst um Technik, Updates und Rechtstexte kümmern
Fazit: Nicht billiger, aber mit mehr Hebel
Eine eigene Website ist teurer als ein Baukasten. Sie lohnt sich dann, wenn sie mehr Anfragen bringt, als sie mehr kostet. Ob das bei dir so ist, lässt sich prüfen, bevor du Geld ausgibst.
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Du willst wissen, ob sich ein Wechsel für dich rechnet? Schreib mir — ich schaue mir deine Seite an und sage dir ehrlich, ob du beim Baukasten bleiben solltest.
